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Unser Urlaub

Auf meinen Touren, zusammen mit meinen Hunden Yuna und Levi, habe ich so einige Höhen und Tiefen erlebt. Berge hoch gehen steht hier im Norddeutschen Flachland nicht so unbedingt auf dem Programm. Auch das teilweise echt extrem steile Gefälle von bis zu 30% über längere Strecken war herausfordernd. Vor allem der Schmerz in meinen Oberschenkeln am nächsten Tag...

Nun, belohnt wurde ich immer wieder durch spektakuläre Ausblicke...und auch immer wieder durch nachhaltige Einblicke!

 

Es gibt so viel, was ich mir über mich selber erzähle. Und das den ganzen Tag...unterwegs war ich dann so gestresst, weil es anstrengend war hoch zu gehen, und das in einer Zeit das ich die letzte Gondel nach unten bekomme, das ich nahe am Aufgeben war. Etwas in mir sage mir jedoch das ich es schaffe. Ich hatte nur die richtige Methode für mich noch nicht entdeckt. So entschied ich mich, eine längere Pause einzulegen und mir meine Optionen näher anzuschauen. Nach dem sich mein Kreislauf wieder stabilisiert hatte und meine Atmung wieder funktionierte, ich habe ein Lungenemphysem und COPD, entschloss ich mich den Rest des Weges ganz langsam zu gehen. Das hieß, vier Schritte gehen und dabei Om Mani Padme Hung (Für den tibetischen Buddhismus sind die sechs Silben om mani peme hung Ausdruck der grundlegenden Haltung des Mitgefühls.) zu  rezitieren, um meine Gedanken von meinem Leid hin zu Mitgefühl für mich selber und alle Lebewesen hin zu führen. Dann anhalten, vier Atemzüge mit Om Mani Padme Hung machen und dann wieder vier Schritte und wieder anhalten und atmen und so weiter.... ich wurde immer ruhiger und fröhlicher. Denn jede Steigung war so für mich ganz ruhig zu gehen. Toll!

Die Hunde hatten es etwas schwerer. Yuna, die angeleint ist, musste sich meinem Tempo anpassen. Levi läuft ohne Leine, meistens, und er konnte so hier und dort hin wenn er auf mich wartete.

Und bei dieser Methode haben uns andere Wanderer überholt und so waren wir dann recht schnell alleine, weil alle schon oben waren! Ich habe wunderbare tolle schöne Fotos gemacht, und auch lange bei den Murmeltieren verweilt. Yuna hatte sie entdeckt. Das hat mich sehr gefreut, sie in ihrem natürlichen Lebensraum einmal zu erleben, echt putzig!

Ich habe viel in den blauen Himmel geschaut, viel auf Dörfer und Stadt unter mir geschaut und nach gespürt was das alles mit mir macht...meine Not, nicht hoch zu kommen war weg. Meine Not hatte sich gewandelt in eine Gelassenheit. Ich wusste, ich komme überall hoch...das war ein tolles Gefühl!

Ein Blick auf die Uhr ließ mich dann vermuten, das ich die letzte Gondel runter nicht bekomme und somit zu Fuß den Abstieg machen würde. Ich entschied, das ist ok! ... Ich wusste nicht mal wo die Seilbahn ist. Bin meiner Intuition gefolgt, wollte dann schon auch auf einen Gipfel. Und da war es dann, ein Kreuz, das Gipfelkreuz. Ich bin nicht ganz ran, nur ein Foto und dann weiter geschlendert. Und dann sehe ich nach einer Biegung ein Gebäude. Gehe näher, sehe offene Schiebetüren, gehe rein und realisiere das es die Seilbahn-Station ist. Da hängt nee Uhr: 16:55 Uhr. Um 17 Uhr sollte die letzte Talfahrt sein und wie bestellt kommt ein Mann und fragt mich ob ich mit runter fahre... ich bin gesegnet und gebenedeit!!!! 

 

In dieses Vertrauen zu kommen war für mich das größte Geschenk! 

Das zweite Geschenk war die Ruhe und die Stille im Außen und im Innen die ich auf meinen Wanderungen erleben durfte! 

 

Auch die Bindung und das gegenseitige Vertrauen mit Yuna und Levi wurde gefestigt. Die Wege sind nicht immer so gut für die Hunde zu gehen. Und auch sind wir verschiedene Stiege rauf und runter. Die Schneemassen Anfang des Jahres haben Teile der Wege zerstört und viele Bäume zum Einstürzen gebracht, so das es öfter Mal kleinere Mutproben für die Hunde gab, wie sie Stellen passieren sollen. Und des öfteren habe ich sie getragen, einen zur Zeit, so das der andere gewartet hat bis ich ihn geholt habe...einen Tour habe ich mit meinem Bruder gemacht, da ist Levi immer voller Vertrauen einfach hinten in Nacken und auf Rucksack gesprungen wenn er nicht mehr alleine weiter kam...

 

Unser Urlaub war ein großes Geschenk für mich. Auch das ich einen Teil meiner Familie mal wieder sehen konnte und ein bisschen Zeit mit ihnen verbringen durfte hat mir gut getan!

 

Dir danke ich von Herzen das du bis hierher meiner Geschichte gefolgt bist und lade dich herzlichst ein von deinem schönsten oder bewegenden Urlaubserlebnis zu berichten und es so mit uns zu teilen! 

 

Mit den allerliebsten Grüßen

Gabriele, Yuna und Levi 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ute (Dienstag, 01 Oktober 2019 22:47)

    Ohhh Luca, Du berührst mich zutiefst mit Deiner Geschichte. Wunderschön erzählt, so daß ich mich Dir und Deinen Hunden sehr verbunden fühle. Grenzen erkennen um dann über sie hinweg zu gehen und zu wachsen. Ganz lieben Dank. Ute

  • #2

    Monika Maria (Mittwoch, 02 Oktober 2019 21:56)

    Liebe Luca da ist man mittendrin im Geschehen. Toll. Danke für deinen Mut auch dein Persönlichstes zu teilen. Tolle Fotos und Video. Freue mich auf den nächsten Blog. Liebste Grüße. Monika